Musik begleitet mich stets durch den Alltag. Neben der Musik, welcher ich „unfreiwillig“ ausgesetzt bin – also etwa Hintergrundmusik in Läden oder coole Handy-Musik – besuche ich „freiwillig“ lieber Konzerte und höre meine CDs. Und weil für alle klar ist, dass Musik mitten aus der Mitte kommt, gehe ich da nicht genauer darauf ein. Auch mein CD – Gestell aus dem schwedischen Einrichtungshaus lasse ich auf der Seite. Ich wende mich der CD selbst zu.
Ich nehme als eine meiner CDs und schaue sie mir genauer an. Ich habe da eine Hülle aus Kunststoff – um genau zu sein, Polystyrol (PS). Scheinbar wird das oft für Verpackungen und andere Massenartikel verwendet und ist uneingeschränkt recyclebar. Wenn also genau meine CD-Hülle aus recyceltem Material besteht, braucht es da Menschen, die Abfälle einsammeln und sortieren und wieder neuen Kunststoff herstellen. Ansonsten braucht es auch noch eine Öl-Raffinerie und das ganze Drum und Dran, bis dann mal meine Hülle da ist. Anschliessend kommt der/die CD-Verpackungs-Spezialist/in an die Reihe. Der/Die erfindet zuerst eine tolle und praktische Hülle, welche dann hergestellt wird.
In der CD-Hülle ist ein Booklet aus Papier, mit schönen Farben bedruckt – ein paar Texte, ein paar Bilder. Wie Papier entsteht, müsste allen klar sein. Dass da einerseits viel Wald und viel Leute oder viel Altpapier und viel Leute mit beteiligt sind, ist ebenfalls bekannt. Ich nehme an, die Farben für den Druck sind synthetisch hergestellt oder enthalten irgendwelche synthetischen Bindemittel – was alles jeweils auch hergestellt werden muss. Weiter kommt nun noch der/die Designer/in hinzu, welche/r das Layout erstellt.
Das Wichtigste zum Schluss – fehlt noch die CD. Diese ist aus Kunststoff und hat eine Aluminiumbeschichtung drauf. Aluminium ist laut meiner Informationsquelle sehr energieaufwändig in der Herstellung. Es braucht also jemanden, der das Hamsterrad betreibt sowie natürlich ebenfalls Menschen und Maschinen, die Aluminium überhaupt abbauen. Bis die Beschichtung auf der CD ist, braucht es wahrscheinlich noch verschiedenste andere Maschinen sowie Arbeitende, die die Maschinen erfinden, bauen und betreiben.
Wie nun die Musik aus der Mitte heraus, durch das Mikrophon durch, in den Computer hinein kommt, kann ich hier nicht mehr beschreiben. Wenn sie dort ist, wird sie jedenfalls beim Mastering auf einer CD verewigt, von welcher aus anschliessend die Kopien gepresst werden. Das braucht die Mitarbeiter des Tonstudios wie auch des Presswerks.
Die CD, je nach dem aus welcher Mitte die Musik gekommen ist, muss dann noch einen weiten oder weniger weiten Weg per Luft- und Landverkehr zurücklegen, bis ich sie im Geschäft ersteigern kann. Oder der/die Musiker/in nimmt sie gleich selbst mit und verkauft sie mir nach dem Konzert. Oder ich bestelle sie per Internet und sie kommt mit dem Pöstler / der Pöstlerin zu mir.
Ja, ich merke nun, da gehört viel dazu, bis die Musik aus der Mitte bei mir angekommen ist. (Da lohnt es sich, diese einfach selbst zu machen.) Es ist mir völlig klar, dass jeweils viele Menschen, Materialien und Maschinen benötigt werden, bis ein Produkt entstanden ist. Ich finde es auch wichtig, sich dies immer mal wieder vor Augen zu führen. Dies kann man aber schlichtweg nicht immer machen - man würde untergehen.
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Ja ja, die gute alte CD. Leider ist es so, dass eine CD, bzw. die Musik auf der CD nicht für ewig dort auch bleibt. Die Musik verschwindet wie von Geisterhand nach 15 - 20 Jahren. Und dann schmeisst man die CD in den Kehricht. Und das ist das Problem. Man sollte ein System erfinden, welches alte CD's recyceln kann. Problematisch ist dabei, dass die Rohlinge jeweils oberflächenbehandelt werden. Bei einer Einschmelzung oder Schrederrung wird diese Beschichtung mitrecycelt. Somit ist es schwierig CD's zu recyceln. Oder?
AntwortenLöschenMarco Sele, LG 06 G / e
Als erstes muss ich sagen, es war ein reines Vergnügen, deinen Post zu lesen. Dein Schreibstil spricht mich sehr an ;-)
AntwortenLöschenAber nun zur Sache: Zu meiner Schande muss ich gestehen, dass ich gar keine Ahnung hatte, woraus so eine CD überhaupt besteht. Welche Teile aber zu einer kauffertigen CD gehören, wusste ich sehr wohl. So direkt bewusst bin ich mir dessen aber doch nie gewesen. Ich finde es deshalb sehr eindrücklich, wie du deinen Post gegliedert hast. So wurde mir plötzlich ganz klar, dass die einzelnen Teile alle separat hergestellt werden müssen. Dazu braucht es viele verschiedene Materialien und die unterschiedlichsten Menschen. Ich denke, dass du mit deinem Text das erreicht hast, was du in diesem auch erwähnst: Vor Augen zu führen, was alles dahinter steckt!
Carmen Bösch, LG 06Db
Ja, da hast du also recht! Das ist dann das gleiche Problem wie beim Schuh von Herrn Schaffhauser (http://bnemarcosele.blogspot.com/), welches das Recyceln immer noch sehr erschwert.
AntwortenLöschenPS: mein Kommentar bezog sich eben auf den von Marco. Danke dir, Carmen, für die Freude an meinem Schreibstil! ;)
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