Mein Blick schweifte von Fahrgast zu Fahrgast. Beobachten und wahrnehmen – eine Beschäftigung, die mir gefällt und mir ermöglicht aus meinem Leben auszutreten und den Blick für anderes Leben zu öffnen. Ich habe das Gefühl Menschen sehr bewusst wahrzunehmen, vor allem jene, die mit mir im direkten Kontakt stehen, wie zum Beispiel meine Familie. Mir sind der Blickkontakt, der Körperkontakt und der mündliche Austausch wichtig und ich fühle mich auch selber durch diese Verhalten achtsam wahrgenommen. Sobald ich selber Stress habe oder mich nicht gut fühle lässt meine achtsame Wahrnehmung gegenüber meiner Umwelt nach. Einerseits ist es bestimmt ein wichtiger Selbstschutz, aber andererseits nimmt man sich selber und die eigenen Probleme manchmal auch "zu wichtig". Ich glaube man sollte ein Mittelmass finden, beides (die innere und die aussen-welt-orientierte Achtsamkeit) unter einen Hut zu kriegen.
Ein weiterer Aspekt den ich vor allem diese Woche wahrgenommen habe ist die Veränderung der Natur. Das Vogelgezwitscher und die frühe Sonneneinstrahlung lassen mich viel besser aufstehen. Eine tolle Veränderung, die ich sehr gerne wahrnehme. Kurze Zwischenfrage: Nimmt man eigentlich am meisten das wahr, was einem besonders freut oder besonders nervt? Was meint ihr?
Ich glaube JA. Jeder Mensch auf unserer Welt hat andere Wichtigkeiten, z.B. die Blumen, die Tiere, die Kinder, die Erwachsenen, die Strassenverhältnisse, das Wetter, die Geräusche, die Ordnung, etc.
Was ist mir besonders wichtig oder was nehme ich besonders bewusst wahr? Zuerst einmal versuche ich immer wieder mich selber bewusst wahrzunehmen (und manchmal ist es gar nicht so einfach, aber ich bekomme Übung darin:), weiter sind mir meine Mitmenschen sehr wichtig und zu dritt folgt das Wetter (denn es bestimmt meine Laune mit). Ich hoffe meinen Blick oder meine Wahrnehmung immer wieder zu öffnen für weitere Dinge! Johann Wolfgang von Goethe drückte sich vor Jahren mit diesen weisen Worten aus: "Was ist das Schwerste von allem? Was uns das Leichteste dünkt: Mit den Augen zu sehen, was vor den Augen liegt." Also Augen auf und die tolle Welt offen, wohlwollend und unvoreingenommen wahrnehmen!
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Beim Lesen deines Posts habe ich oft gedacht: Oh ja, genau so sehe ich das auch. Vor allem, als du erwähnt hast, wie sich die Natur jetzt auf den Frühling hin verändert. Ich höre zur Zeit selbst fast jeden Morgen die Vögel zwitschern, und das Licht scheint schon zwischen den Lamellen des Rollladen herein. So fällt es mir sehr viel leichter, in den Tag zu starten. Ich denke auch, man nimmt den Tag schon vom Aufwachen an bewusster wahr. Im Winter stehe ich zwar physisch auf, aber in meinen Gedanken bin ich oft noch Stunden später in einer Art Tiefschlaf.
AntwortenLöschenDaraus möchte ich gleich eine Antwort auf deine Zwischenfrage ableiten: Wenn mich dann in einem solchen Zustand etwas besonders freut oder nervt (was ich oft dann doch mitbekomme), reagiere ich sofort darauf, gedanklich oder auch mit Worten und/oder Handlungen. Ich würde dir also auf jeden Fall zustimmen: Etwas, was uns nervt oder freut, nehmen wir bestimmt besonders deutlich wahr, auch wenn es uns meist gar nicht bewusst ist.
Carmen Bösch, LG 06Db
GENAU - Der Frühling kommt, dies habe ich auch in meinem Blog beschrieben. Und in der ganzen Hecktick hätte ich doch fast verpasst wie die ersten Schneeglöckchen wachsen.
AntwortenLöschenDeine Frage scheint mir sehr interessant. Darüber habe ich mir auch einige Gedanken gemacht. Ich glaube die Gesellschaft ist heute schon ein wenig so orientier, dass sie das Gute, wenn es da ist gerne übersehen. Doch wehe ist nicht da, dann fällt es plötzlich auf. Also um die Frage zu beantworten, ich denke es gibt zweierlei, diejenigen die die Augen für das schönen öffnen und diejenigen die nur immer das sehen was sie nervt. Und dann kann man nur hoffen, dass diesem Menschen irgendwann den Blick für das Schöne erlangen.
Rahel Eisenegger, LG 06D
Liebe Fiona
AntwortenLöschenDu hast in deinem Eintrag geschrieben, dass es dir nicht so leicht fällt achtsam zu anderen Menschen zu sein, wenn es dir selber nicht so gut geht.
Das kenne ich nur allzugut! Man ist so sehr mit sich selber beschäftigt, dass man ganz vergisst, dass um einem herum auch andere Menschen mit ihren Problemen und Sorgen sind.
Ich habe begonnen wieder bewusster mit meinen Mitmenschen in Kontakt zu treten, auch während stressigen Zeiten. Es gelingt mir gut, aber leider auch nicht immer.
Liebe Grüsse
Fränzi
Hoi Fiona
AntwortenLöschenDeine Gedanken zur Achtsamkeit sind super. Mir gefällt der Gedanke von Goethe sehr gut. Er trifft den Nagel auf den Kopf. Oft sind wir doch mit unseren Gedanken (oder Augen) schon irgendwo anders und sehen überhaupt nicht mehr, was vor unserer Nase geschieht. So gesehen hat Achtsamkeit auch mit dem Zeitempfinden zu tun. Ist man mit den Gedanken in der Vergangenheit oder der Zukunft, so wird es schwierig, achtsam zu sein. Achtsam in der Zukunft oder in der Vergangenheit zu sein geht nach meinem Verständnis nämlich nicht, oder sieht das jemand anders?
Liebe Grüsse