Dienstag, 3. März 2009

Das geht uns am A...... vorbei

Ich habe mir ein Produkt ausgewählt, das jede und jeder von uns mindestens zweimal pro Tag benutzt: Das Toilettenpapier.

Schwierig wars, etwas rauszufinden über die Herstellung, beziehungsweise über die an der Herstellung beteiligten Personen.


Darum beginne ich mal mit dem einfacheren der zwei Sorten...

Recyceltes Toilettenpapier... (magere 10% der verkauften Hygienepapiere in der Schweiz sind aus recycliertem Papier!!!)

...verdanken wir ein Stück weit uns selbst. Wir sind nämlich diejenigen, welche Papier in die Papiersammlung geben, aus welchem dann wiederum unser WC-Papier entsteht. Bis das Papier von unserer hauseigenen Papiersammlung jedoch in der Papierfabrik ist, sind wir auf aussenstehende Personen angewiesen:

1. Bei uns im Dorf sammelt jeweils ein Verein (Turnverein, Pfadi etc..) das Altpapier ein. Sie bringen es zu grossen Containern, in welchen es gesammelt, gelagert und schliesslich abtransportiert wird.

2. Das Altpapier wird in Containern in die Papierfabrik gebracht. Leider finde ich nirgends einen Hinweis auf das Transportmittel dafür, ich gehe deshalb davon aus, dass sie per Lastwagen dahin gebracht werden. Somit ist auch eine weitere Person für unser Toilettenpapier verantwortlich: Der oder die Lastwagenfahrer/in.

3. Das Recyclingpapier wird in der Papierfabrik abgeladen und geht durch eine vielzahl von Geräten, bis es hinten als WC-Papier rauskommt. Wer sich für die Maschinerie interessiert, kann sich auf http://www.toilettenpapier-sammlung.de/filme-topa.htm sein Wissen erweitern.
Da die Maschinen aber auch nicht von Geisterhand laufen, braucht es Menschen, welche bedienen, kontrollieren....Auch den Geschäftsführer der Papierfabrik leistet natürlich seinen Beitrag.

4. Nun ist das WC-Papier also bereit für uns Konsumenten. Es liegt jedoch immer noch in der Fabrik. Mit einem Lastwagen wird es in die verschiedenen Läden gebracht. Zum zweiten Mal braucht es eine/n Lastwagenchauffeur/chauffeuse.

5. Im Geschäft wird das WC-Papier in Empfang genommen und in die Regale eingeräumt. Dafür ist Personal zuständig. Sie sind es auch, die den Preis in die Kasse tippen und uns das WC-Papier verkaufen. Nun hält man also eine Rolle Recycling-WC-Papier in den Händen, an welchem mindestens 7 Personen gearbeitet haben. Da ist der Preis dafür eigentlich recht billig, nicht?


Das zweite Toilettenpapier welches ich unter die Lupe nehmen möchte ist das...


...Toilettenpapier aus Frischfasern

1. Um Toilettenpapier aus Frischfasern, also Holz, herzustellen braucht es als erstes viel, viel Holz. Das stammt aus Nordeuropa, aber auch aus oft rücksichtslos gerodeten Wäldern in Lateinamerika, Russland und Asien. Dieses radikale Abholzen der Urwälder hat vielfach einschneidende Folgen für Umwelt und Einheimische. Wieviele Holzfäller dafür zuständig sind, das Holz zu schlagen, weiss ich nicht. Ich gehe davon aus, dass diese Unternehmen mit sehr guten Holzfällmaschinen ausgerüstet sind, welche nur noch eine Person bedienen muss.

2. Das Holz muss zu uns in die Papierfabriken befördert werden. Dies wird wahrscheinlich auch per Lastwagen geschehen. Also zählt sich in der Rechnung + eine/n Lastwagenfahrer/in.

3. Das Holz wird in die Papierfabrik gebracht. Dort wird es zerschnippselt und eingeweicht, damit sich der Zellstoff aus dem Holz löst. Dieser wird nämlich gebraucht, um das Papier selbst herzustellen. Danach läuft die Herstellungskette denselben Weg wie auch das Recyclingtoilettenpapier.


Bedenkt man, dass für unsere Hygienepapiere jeden Tag umgerechnet eine Waldfläche von 160000 Quadratmetern kahlgeschlagen werden, ist das schon bedenklich. Immerhin landet das ganze Papier nachher in der Kanalisation und kann nicht mehr recyclet werden...


Bild von http://www.wwf.ch/de/derwwf/themen/wald/papier/hygienepapier.cfm

3 Kommentare:

  1. Dieser Kommentar wurde vom Autor entfernt.

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  2. Erinnerst du dich noch an die kleine Diskussion am Dienstag in der Mensa? Da hast du gesagt, dass man am Klopapier sehen kann, wie wichtig einem die Umwelt ist. Ich fand diese Aussage super. Für was braucht man auch die Luxusvariante des Klopapiers, wenn man die Möglichkeit hat Bäume zu retten und etwas für die Umwelt zu tun. Als ich gelesen habe, dass nur 10% der verkauften Hygienepapiere in der Schweiz aus recyceltem Papier sind, war ich ein wenig schockiert. Ich kann verstehen, dass es Menschen gibt, die sich nur das billigere Frischfaserpapier leisten können. Jedoch gibt es auch Menschen, die ohne Probleme recyceltes Papier kaufen könnten, dies aber nicht tun. Wer weiss, wenn diese mehr von der umweltfreundlicheren Variante kaufen würden, könnte die Nachfrage gesteigert und somit dann der Preis gesenkt werden. So könnten sich dann alle das recycelte Papier leisten. Hmm, funktioniert das überhaut so in der Wirtschaft? :)

    Flavia Dagostin, LG06De

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  3. Irgendwie kommt mir das ziemlich bekannt vor. Ich habe letzte Woche eine in Galileo genau das gesehen. War noch eindrücklich, wie sie das gezeigt haben. Ich hätte nicht gedacht, dass aus unserem Altpapier Toilettenpapier hergestellt wird. Irgendwie habe ich immer gedacht, dass wird für neues Recyclingpapier benutzt. Aber wie sagt man so schön, man hat nie ausgelernt.

    Noemi Frick LG06Cd

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