Mittwoch, 18. März 2009

Die Geschichte vom ERDmännchen…

Manchmal muss man wohl „gezwungen“ werden, eine Weile bewusst in der Natur zu verbringen. Mich zieht es zwar auch so immer wieder nach Draussen und ich trete auch den Heimweg oft gerne ganz bewusst als ein solches Naturerlebnis an. Ich nehme mir danach jeweils vor, bald wieder ein Spaziergang zu machen oder irgendwo in der Natur zu verweilen. Und doch gehen solche Vorsätze dann in der Hitze des Alltag-Gefechts trotzdem oft wieder unter.

Das bewusste Wahrnehmen der Natur hilft mir dabei einerseits vom Alltagsgeschehen „abzuschalten“ und andererseits meinen Gedanken dazu nachzugehen. Indem ich die Natur beobachte, kann ich zudem eine Ruhe und Gelassenheit auftanken UND ausleben, welche ich sonst nirgends finde. Dies könnte man auch als „sich erden“ bezeichnen. Ich kann also sagen, dass ich mich mit der Natur verbunden fühle.

Diese Verbundenheit ist für mich ein sehr wichtiger Grund, weshalb ich mich für eine nachhaltige Entwicklung einsetze. Die Natur zeigt uns doch tagtäglich auf, wie einfach doch alles sein könnte und dass jedes Wesen eigentlich einen Platz auf dieser Welt hätte…

Wie das Erdmännchen! Das erdet sich auch immer wieder gerne.

Salamanderlöcher, Bärlauch und Co.


Zum Glück haben wir diese Woche einen solchen Auftrag bekommen...So konnte ich mich getrost auf einen längeren Spaziergang durch die Natur machen und dabei sogar etwas fürs Studium tun. Solche Aufträge sollte es viel mehr geben!!

Auf meinem Spaziergang kam ich an Häuser und Gärten, an Wiesen, an Weinbergen, an Bächen, im Wald und an unserem "Hausschloss" vorbei. Erinnerungen an meine Kindheit wurden wach: Wie wir gemeinsam mit andereren Kindern und dem Naturschutzverein den Eberliwisbach aufgeräumt hatten und am Abend glücklich und von oben bis unten nass waren; als uns mein Vater das geheime Versteck von Feuersalamandern und Fröschen gezeigt hatte (den Deckel des Schachtes wollte ich heute auch öffnen und schauen ob sich immer noch Tierchen darin verstecken, ich habe ihn aber leider nicht aufgebracht); das Steckenschnitzen und Bräteln am Schlossteich; das "Zwergenwägli" mit der Zwergenbadewanne und dem Krebsbaum; der Kastanienberg, wo wir jeweils im Herbst haufenweise Kastanien gesammelt haben.


Mit der Natur habe ich eine sehr starke Verbindung. Früher schon verbrachten wir die Zeit sehr viel draussen und lernten die Natur kennen und schätzen. Ich hatte und habe das Glück, Eltern zu haben, denen die Natur auch sehr wichtig ist und die mir so sehr viel mitgegeben haben. Noch heute muss ich im Frühling immer wieder an unseren Teich gehen, die Frösche zählen, Molche fangen und den schön glitschigen Leich bewundern. Der Weg von meinem Zuhause in die Natur ist nicht weit. Zweimal umpurzeln und schon stehen wir mitten im Wald, was wunderschön ist.


Da mir die Pflanzen, die Tiere und das ganze Ökosystem sehr wichtig sind und ich die Natur schätze, möchte ich, dass sie auch geschützt wird.


(Bildquelle: www.tholiger.de/Tierseite/original/Molch.html, Accessed 18.März 09)

Montag, 16. März 2009

Naturaffäre?

In der Frühlingssonne geniesse ich das Entspannen im Liegestuhl in meinem Garten. Durch die bewusste Wahrnehmung durchströmt mich ein Glücksgefühl und ich kann gelassen die Natur betrachten. Es werden nach einer Zeit alle Sinne aktiviert und ich höre immer mehr Dinge. Den kalten Wind spüre ich auf meinen Wangen und ich kuschle mich in meine Kapuzenjacke ein. Warm ist es noch nicht, aber angenehm um ein Stunde an der Sonne zu sitzen. Der Garten in dem ich sitze ist seit acht Jahren ein Teil von meinem Zuhause und dies bestärkt das Wohlgefühl zusätzlich. Nebenan werden Bäume geschnippselt, die Feuerwehr kontrolliert die Wasserkanäle, die Vögel sind hektisch am Pfeifen, die Kinder sind im T-Shirt (!) am Fussballspielen, die Nachbarin arbeitet im Garten, … man merkt, dass der Frühling im Anmarsch ist. Die Natur beeinflusst unser Leben und sie wird beeinflusst von uns. Also bin ich auch ein Teil davon, eine Tatsache der man sich nicht ständig bewusst ist. Ich fühle mich verbunden mit der Natur, vor allem in Momenten wie diesen. Nur leider sind diese Momente in meinem Leben momentan eher karg. Aber es liegt an mir dies zu ändern und meine Teilnahme an der Natur zu verstärken, um sie zu stärken. Denn nur so kann ich mithelfen für eine nachhaltige Zukunft. Der Frühling ist für die Natur ein guter Kumpel, da er die Menschen aufrüttelt und antreibt. Denn die Heizungen werden nach unten geschraubt, es werden Pflanzen gepflanzt und das Velo wird wieder aktiv benutzt.

Freitag, 13. März 2009

Mit ohne Achtsamkeit

Ich hatte diese Woche grosse Mühe, den Wochenauftrag auszuführen. Ich nahm mir zwar vor, achtsam durch die Welt zu gehen, hatte aber immer so viele andere Dinge wie Bachelorarbeit, Modulnachweise und, und, und im Kopf, dass ich nicht achtsam auf meine Achtsamkeit war. Das ist eigentlich ein trauriges Erkenntnis, denn es zeigt mir, dass ich nicht mehr sehr achtsam durch die Welt gehe, wenn ich sehr beschäftigt bin. Obwohl ich ansonsten nicht das Gefühl habe, dass ich unachtsam meinen Weg gehe. Ich achte, was um mich und in mir passiert. Toll finde ich immer den Frühling. Im Moment spriessen die Schneeglocken aus dem Boden, unser Hamamelisstrauch blüht, die Vögel zwischtern die Frühlingslieder und ab und zu weht eine Brise Frühlingsduft. Nur die Frösche und Molche sind leider noch nicht in den Teich zurückgekehrt.

Mit Menschen komme ich im Zug tagtäglich in Kontakt. Gestern habe zum ersten Mal seit ich täglich mit dem Zug nach Rorschach fahre mit dem Ipod Musik gehört und dazu gelesen. Eigentlich ist es komisch, dass ich das genau mache, wenn ich achtsam auf meine Mitmenschen sein sollte. Aber so ist mir aufgefallen, dass ich von der Zugfahrt nichts mitbekommen habe. Nicht wo der Zug ist, nicht wie sich das Wetter draussen verändert, nicht über was sich die Menschen um mich herum unterhalten oder was sie lesen. Zwar konnte ich so in Ruhe arbeiten, es war aber komisch, plötzlich in Heerbrugg auszusteigen und erst dort zu merken, dass es im Rheintal regnet und die Frau welche mir gegenübergesessen ist einen blauen Pullover getragen hat.

Ich werde mich bemühen, mich nächste Woche wieder vermehrt achtsam zu verhalten und meine Achtsamkeit zu reflektieren.

Mittwoch, 11. März 2009

Achtsamkeit gegenüber der Achtsamkeit

Achtung!

Die letzten Tage achtete ich also vermehrt auf meine Achtsamkeit. Grundsätzlich war dieses Thema (eher unbewusst) in letzter Zeit sowieso recht aktuell in meinem Kopf. Wann genau das begann, weiss ich leider nicht mehr – vielleicht mit der steigenden Überzeugung, dass ich gerne mit dem öffentlichen Verkehr unterwegs bin. Das ist nämlich doppelt schön, wenn man achtsam ist. Ich habe begonnen, die Zeit ganz bewusst wahrzunehmen und zu geniessen. Dazu habe ich ebenfalls bemerkt, dass ich sehr gerne zu Fuss unterwegs bin. Nicht unbedingt weite Strecken, aber doch immer wieder von hier nach da. Da kann man auch auf allerhand Dinge achten.

Diese Woche achtete ich also auf meine Achtsamkeit. Gegenüber den „kleinen Dingen“ in Natur und Umwelt bin ich, wie gesagt, grundsätzlich schon recht achtsam. Gerne halte ich mal irgendwo an und freue mich über ein lustiges oder schönes Etwas. Also habe ich mir überlegt, in welchen Momenten ich weniger achtsam bin. Im Vergleich zu den Momenten, in denen ich alleine bin, bin ich in Gesellschaft mit anderen Menschen ein wenig weniger achtsam. Das war eine spannende Erkenntnis und ich werde noch eine Weile darüber nachdenken, warum das so sein könnte. Vielleicht ist Achtsamkeit momentan etwas, das ich zwar sehr bewusst tue, aber nur dann, wenn ich wirklich meine volle Konzentration investieren kann. Ich möchte also ab nun üben, auch abgelenkt gleichermassen achtsam zu sein.

Neben dieser Erkenntnis möchte ich auch noch eine andere ansprechen. Eine Überlegung, welche ich schon eine Weile in Bezug auf Nachhaltige Entwicklung und Achtsamkeit in mir herum trage, ist nämlich die Folgende:

Achtsamkeit ist eine wichtige Voraussetzung für Respekt und Wertschätzung, was wiederum eine wichtige Voraussetzung für eine nachhaltig-korrekte Lebensweise ist.

Achtsam sein

Mein Blick schweifte von Fahrgast zu Fahrgast. Beobachten und wahrnehmen – eine Beschäftigung, die mir gefällt und mir ermöglicht aus meinem Leben auszutreten und den Blick für anderes Leben zu öffnen. Ich habe das Gefühl Menschen sehr bewusst wahrzunehmen, vor allem jene, die mit mir im direkten Kontakt stehen, wie zum Beispiel meine Familie. Mir sind der Blickkontakt, der Körperkontakt und der mündliche Austausch wichtig und ich fühle mich auch selber durch diese Verhalten achtsam wahrgenommen. Sobald ich selber Stress habe oder mich nicht gut fühle lässt meine achtsame Wahrnehmung gegenüber meiner Umwelt nach. Einerseits ist es bestimmt ein wichtiger Selbstschutz, aber andererseits nimmt man sich selber und die eigenen Probleme manchmal auch "zu wichtig". Ich glaube man sollte ein Mittelmass finden, beides (die innere und die aussen-welt-orientierte Achtsamkeit) unter einen Hut zu kriegen.
Ein weiterer Aspekt den ich vor allem diese Woche wahrgenommen habe ist die Veränderung der Natur. Das Vogelgezwitscher und die frühe Sonneneinstrahlung lassen mich viel besser aufstehen. Eine tolle Veränderung, die ich sehr gerne wahrnehme. Kurze Zwischenfrage: Nimmt man eigentlich am meisten das wahr, was einem besonders freut oder besonders nervt? Was meint ihr?
Ich glaube JA. Jeder Mensch auf unserer Welt hat andere Wichtigkeiten, z.B. die Blumen, die Tiere, die Kinder, die Erwachsenen, die Strassenverhältnisse, das Wetter, die Geräusche, die Ordnung, etc.
Was ist mir besonders wichtig oder was nehme ich besonders bewusst wahr? Zuerst einmal versuche ich immer wieder mich selber bewusst wahrzunehmen (und manchmal ist es gar nicht so einfach, aber ich bekomme Übung darin:), weiter sind mir meine Mitmenschen sehr wichtig und zu dritt folgt das Wetter (denn es bestimmt meine Laune mit). Ich hoffe meinen Blick oder meine Wahrnehmung immer wieder zu öffnen für weitere Dinge! Johann Wolfgang von Goethe drückte sich vor Jahren mit diesen weisen Worten aus: "Was ist das Schwerste von allem? Was uns das Leichteste dünkt: Mit den Augen zu sehen, was vor den Augen liegt." Also Augen auf und die tolle Welt offen, wohlwollend und unvoreingenommen wahrnehmen!

Montag, 9. März 2009

1. Rückmeldung

Liebe Studierende

Mit grossem Interesse habe ich Ihre oftmals gehaltvollen und informativen Beiträge gelesen! Ich werde chronologisch dazu kurz Stellung nehmen:

Woche 1
Der Footprint wurde von Ihnen als ein sehr anschaulich und einfach zu bedienendes Tool bewertet. Trotzdem schaffen es die durchschnittlich 2.1 verbrauchten Erden nicht, mehr als nur Erschrecken zu provozieren. Den meisten von Ihnen ist bewusst, dass das grösste Sparpotenzial im Wohnen, genauer gesagt im Heizen liegt. Leider stimmt es, dass Änderungen in diesem Sektor mit (meist) grossem finanziellem Aufwand verbunden sind. Dennoch kann jede/r mitsparen helfen, auch bei einer Ölheizung und einer konventionellen Warmwassererzeugung! Zum Beispiel durch kurzes, komplettes Öffnen der Fenster zwecks Lüftung, anstelle von halbtägig gekippten Fenstern, Reduzierung der Raumtemperatur um 1-2 Grad und dafür einen etwas dickeren Pulli, Abstellen des Duschwassers während des Einseifens, ... aber auch die vielen von Ihnen genannten kleinen Schritte, bringen die Welt zusammengenommen weiter voran, als wenn Sie resigniert nichts getan hätten!


Woche 2
Sehr gefallen haben mir die leidenschaftlichen Beiträge von Frau Schiesser (NZZ) und Frau Schädler. Es tut gut, dieses Engagement aus den Reihen zukünftiger Lehrkräfte zu hören! Ich kann mich den Meinungen Ihrer Mitstudentinnen anschliessen, wonach die NZZ durchaus gute und differenzierte Artikel zum Thema Nachhaltigkeit zu bieten hat (insbesondere die NZZ an Sonntag).
Auf alle drei Beiträge passt folgendes Zitat: "The only thing necessery for the triumph of evil is for good men to do nothing" (Edmund Burke, 1729-1797, Schriftsteller, Politiker und Philosoph). Oder anders gesagt, wenn wir alle wegschauen, kommt die Katastrophe garantiert… doch mit jungen, engagierten Menschen wie Ihnen hat die Erde immer noch eine Chance!


Woche 3
Spannende Artikel zu CD’s, Klopapier und Kaugummi. Beim Klopapier möchte ich zu Punkt 2 ergänzen, dass es sich meines Wissens um Zugwagons handelt, die die gesammelten Altpapierberge zu den verarbeitenden Fabriken bringen. Erschreckend am Klopapier und seinem immensen Holzverbrauch ist die Tatsache, dass nur ein sehr kleiner Teil der Menschheit effektiv Klopapier verwendet!! Nicht auszudenken, wenn sich unsere (übrigens wenig hygienische) Praktik auch in China, Indien und den muslimischen Ländern durchsetzen würde!


Ich freue mich auf die nächsten Beiträge!

Ursula Wunder

Mittwoch, 4. März 2009

Stimorol und co

Man nehme Glukosesirup, Süssstoff, Verdickungsmittel und Aroma. Es ist etwas das ich täglich mehrmals geniesse. Doch letzte Woche fehlte es in meiner Tasche und ich fand nie Zeit welche zu kaufen. Das war so ärgerlich und ich wurde mir bewusst, wie wenig ich eigentlich über sie weiss.

Ich habe über den Kaugummi und seine Zutaten nachgeforscht…
Zuerst einmal braucht es reine Glukose, welche wird im Labor durch eine Hydrolyse aus Traubenzucker und Säure hergestellt wird.
Weiter braucht es den Süssstoff, ein Möglicher heisst Aspartam. Es ist ein kalorienarmer Süßstoff und wird auf bestimmte Weise aus mehreren Zutaten chemisch verknüpft.
Das Verdickungsmittel ist für den menschlichen Körper unverdaulich und ist sozusagen die Kaumasse. Sie ist ein Nebenprodukt der Baumwollverarbeitung und kommt daher meist aus Indien oder China. Das Aroma wird in meist in Pulverform beigefügt.

Nun werden all diese Zutaten gemischt und etwa 15 Minuten geknetet durch eine Maschine. Danach wird die Masse gewalzt. Eine Maschine namens Extruder formt aus der Masse ein Endlosband. Die Masse wird in die richtige Dicke gewalzt und dann in die gewünschte Form gewalzt. Es wird alles gekühlt und in Einzelteile gebrochen. Nun werden die Teile dragiert, das heisst mit mehreren Schichten Auftragsmassen gesprüht und getrocknet. Nun werden die Kaugummis von Hand in riesigen Kesseln gefärbt. Zum Schluss werden die schlechten Kaugummis aussortiert und die guten Kaugummis verpackt.
Die weiteren Schritte sind der Verkauf an die Läden und dann an die Kunden.

Mir wurde bewusst, dass sehr viele Handgriffe oder Maschinengriffe nötig sind um meinen geliebten Kaugummi herzustellen und ich freue mich jetzt schon auf meinen nächsten Orbit-, Stimorol-, M-Budget-, Trident-, Candida-, Wrigleys- oder Skai-Kaugummi.


Mein wichtigestes Kaugummigebot:






fiona.

Dienstag, 3. März 2009

Das geht uns am A...... vorbei

Ich habe mir ein Produkt ausgewählt, das jede und jeder von uns mindestens zweimal pro Tag benutzt: Das Toilettenpapier.

Schwierig wars, etwas rauszufinden über die Herstellung, beziehungsweise über die an der Herstellung beteiligten Personen.


Darum beginne ich mal mit dem einfacheren der zwei Sorten...

Recyceltes Toilettenpapier... (magere 10% der verkauften Hygienepapiere in der Schweiz sind aus recycliertem Papier!!!)

...verdanken wir ein Stück weit uns selbst. Wir sind nämlich diejenigen, welche Papier in die Papiersammlung geben, aus welchem dann wiederum unser WC-Papier entsteht. Bis das Papier von unserer hauseigenen Papiersammlung jedoch in der Papierfabrik ist, sind wir auf aussenstehende Personen angewiesen:

1. Bei uns im Dorf sammelt jeweils ein Verein (Turnverein, Pfadi etc..) das Altpapier ein. Sie bringen es zu grossen Containern, in welchen es gesammelt, gelagert und schliesslich abtransportiert wird.

2. Das Altpapier wird in Containern in die Papierfabrik gebracht. Leider finde ich nirgends einen Hinweis auf das Transportmittel dafür, ich gehe deshalb davon aus, dass sie per Lastwagen dahin gebracht werden. Somit ist auch eine weitere Person für unser Toilettenpapier verantwortlich: Der oder die Lastwagenfahrer/in.

3. Das Recyclingpapier wird in der Papierfabrik abgeladen und geht durch eine vielzahl von Geräten, bis es hinten als WC-Papier rauskommt. Wer sich für die Maschinerie interessiert, kann sich auf http://www.toilettenpapier-sammlung.de/filme-topa.htm sein Wissen erweitern.
Da die Maschinen aber auch nicht von Geisterhand laufen, braucht es Menschen, welche bedienen, kontrollieren....Auch den Geschäftsführer der Papierfabrik leistet natürlich seinen Beitrag.

4. Nun ist das WC-Papier also bereit für uns Konsumenten. Es liegt jedoch immer noch in der Fabrik. Mit einem Lastwagen wird es in die verschiedenen Läden gebracht. Zum zweiten Mal braucht es eine/n Lastwagenchauffeur/chauffeuse.

5. Im Geschäft wird das WC-Papier in Empfang genommen und in die Regale eingeräumt. Dafür ist Personal zuständig. Sie sind es auch, die den Preis in die Kasse tippen und uns das WC-Papier verkaufen. Nun hält man also eine Rolle Recycling-WC-Papier in den Händen, an welchem mindestens 7 Personen gearbeitet haben. Da ist der Preis dafür eigentlich recht billig, nicht?


Das zweite Toilettenpapier welches ich unter die Lupe nehmen möchte ist das...


...Toilettenpapier aus Frischfasern

1. Um Toilettenpapier aus Frischfasern, also Holz, herzustellen braucht es als erstes viel, viel Holz. Das stammt aus Nordeuropa, aber auch aus oft rücksichtslos gerodeten Wäldern in Lateinamerika, Russland und Asien. Dieses radikale Abholzen der Urwälder hat vielfach einschneidende Folgen für Umwelt und Einheimische. Wieviele Holzfäller dafür zuständig sind, das Holz zu schlagen, weiss ich nicht. Ich gehe davon aus, dass diese Unternehmen mit sehr guten Holzfällmaschinen ausgerüstet sind, welche nur noch eine Person bedienen muss.

2. Das Holz muss zu uns in die Papierfabriken befördert werden. Dies wird wahrscheinlich auch per Lastwagen geschehen. Also zählt sich in der Rechnung + eine/n Lastwagenfahrer/in.

3. Das Holz wird in die Papierfabrik gebracht. Dort wird es zerschnippselt und eingeweicht, damit sich der Zellstoff aus dem Holz löst. Dieser wird nämlich gebraucht, um das Papier selbst herzustellen. Danach läuft die Herstellungskette denselben Weg wie auch das Recyclingtoilettenpapier.


Bedenkt man, dass für unsere Hygienepapiere jeden Tag umgerechnet eine Waldfläche von 160000 Quadratmetern kahlgeschlagen werden, ist das schon bedenklich. Immerhin landet das ganze Papier nachher in der Kanalisation und kann nicht mehr recyclet werden...


Bild von http://www.wwf.ch/de/derwwf/themen/wald/papier/hygienepapier.cfm

Montag, 2. März 2009

Woher kommt die Musik?

Musik begleitet mich stets durch den Alltag. Neben der Musik, welcher ich „unfreiwillig“ ausgesetzt bin – also etwa Hintergrundmusik in Läden oder coole Handy-Musik – besuche ich „freiwillig“ lieber Konzerte und höre meine CDs. Und weil für alle klar ist, dass Musik mitten aus der Mitte kommt, gehe ich da nicht genauer darauf ein. Auch mein CD – Gestell aus dem schwedischen Einrichtungshaus lasse ich auf der Seite. Ich wende mich der CD selbst zu.

Ich nehme als eine meiner CDs und schaue sie mir genauer an. Ich habe da eine Hülle aus Kunststoff – um genau zu sein, Polystyrol (PS). Scheinbar wird das oft für Verpackungen und andere Massenartikel verwendet und ist uneingeschränkt recyclebar. Wenn also genau meine CD-Hülle aus recyceltem Material besteht, braucht es da Menschen, die Abfälle einsammeln und sortieren und wieder neuen Kunststoff herstellen. Ansonsten braucht es auch noch eine Öl-Raffinerie und das ganze Drum und Dran, bis dann mal meine Hülle da ist. Anschliessend kommt der/die CD-Verpackungs-Spezialist/in an die Reihe. Der/Die erfindet zuerst eine tolle und praktische Hülle, welche dann hergestellt wird.


In der CD-Hülle ist ein Booklet aus Papier, mit schönen Farben bedruckt – ein paar Texte, ein paar Bilder. Wie Papier entsteht, müsste allen klar sein. Dass da einerseits viel Wald und viel Leute oder viel Altpapier und viel Leute mit beteiligt sind, ist ebenfalls bekannt. Ich nehme an, die Farben für den Druck sind synthetisch hergestellt oder enthalten irgendwelche synthetischen Bindemittel – was alles jeweils auch hergestellt werden muss. Weiter kommt nun noch der/die Designer/in hinzu, welche/r das Layout erstellt.


Das Wichtigste zum Schluss – fehlt noch die CD. Diese ist aus Kunststoff und hat eine Aluminiumbeschichtung drauf. Aluminium ist laut meiner Informationsquelle sehr energieaufwändig in der Herstellung. Es braucht also jemanden, der das Hamsterrad betreibt sowie natürlich ebenfalls Menschen und Maschinen, die Aluminium überhaupt abbauen. Bis die Beschichtung auf der CD ist, braucht es wahrscheinlich noch verschiedenste andere Maschinen sowie Arbeitende, die die Maschinen erfinden, bauen und betreiben.


Wie nun die Musik aus der Mitte heraus, durch das Mikrophon durch, in den Computer hinein kommt, kann ich hier nicht mehr beschreiben. Wenn sie dort ist, wird sie jedenfalls beim Mastering auf einer CD verewigt, von welcher aus anschliessend die Kopien gepresst werden. Das braucht die Mitarbeiter des Tonstudios wie auch des Presswerks.


Die CD, je nach dem aus welcher Mitte die Musik gekommen ist, muss dann noch einen weiten oder weniger weiten Weg per Luft- und Landverkehr zurücklegen, bis ich sie im Geschäft ersteigern kann. Oder der/die Musiker/in nimmt sie gleich selbst mit und verkauft sie mir nach dem Konzert. Oder ich bestelle sie per Internet und sie kommt mit dem Pöstler / der Pöstlerin zu mir.


Ja, ich merke nun, da gehört viel dazu, bis die Musik aus der Mitte bei mir angekommen ist. (Da lohnt es sich, diese einfach selbst zu machen.) Es ist mir völlig klar, dass jeweils viele Menschen, Materialien und Maschinen benötigt werden, bis ein Produkt entstanden ist. Ich finde es auch wichtig, sich dies immer mal wieder vor Augen zu führen. Dies kann man aber schlichtweg nicht immer machen - man würde untergehen.