Mittwoch, 25. Februar 2009

BEWEGENDES CO2 IN DEN MEDIEN

Es ist überraschend „schwierig“ in den täglichen Medien Beiträge über Nachhaltige Entwicklung zu finden. Neben der Wirtschaftskrise ist kaum noch Platz für andere Infos. (Überlegungen dazu im Beitrag vom 25.2.09 von Seraina unter http://zukunft-erde.blogspot.com)

Am ehesten noch wird über den CO2-Verbrauch gesprochen. Im allgemeinen Zusammenhang noch weniger als im Bezug auf Autos. Das ist scheinbar das, was die Menschen „bewegt“. Verständlich, „bewegt“ das Auto einen doch so gemütlich von A nach B.
Auf der Homepage des Tagesanzeigers stiess ich heute auf den Artikel „Abgase sauberer als Alpenluft“ (Tagesanzeiger online, 25.2.09). Auf die Alpenluft wird dann zwar nicht mehr genauer eingegangen, doch es wird ein Ranking des VCS aufgezeigt, welche Fahrzeuge am umweltschonendsten „bewegen“. Nach einem Hybridauto von Honda folgen überraschenderweise zwei Kleinwagen. Weiter wird auch aufgezeigt, wie heutzutage bei Neuwagen der CO2-Ausstoss gering gehalten wird.
Bei diesem Artikel erkenne ich hauptsächlich die Dimension Ökonomie – wobei natürlich auch auf Auswirkungen auf die Ökologie eingegangen wird.

Ein Beitrag in den Nachrichten hat mich dann zur Überlegung gebracht, dass Themen über die Nachhaltige Entwicklung auch dann gerne einbezogen werden und „bewegen“, wenn es aktuelle und spannende Geschehnisse sind. So der Beitrag über den Absturz des Klima-Satelliten (Klima-Satellit stürzt ins ewige Eis, Nachrichten SF1, 24.2.09). Dieser sollte eigentlich die Verteilung des CO2 in der Atmosphäre messen. Wahrscheinlich ist das eine gute Idee – immerhin könnte es die Menschen bewegen, sich mehr Gedanken über ihre CO2-Rechnung zu machen, wenn klare und erschreckende Zahlen von einem Satelliten gesendet werden. Aber es fragt sich auch, inwiefern es nötig ist, ein Satellit nach dem andern ins All zu schicken?! Ganz zum Schluss wird nämlich noch erwähnt, dass Japan bereits im Januar auch einen Satelliten mit dieser Aufgabe abgeschickt hat – weshalb da nicht zusammengearbeitet wird, ist mir ein Schleier.
Welche Dimensionen der Nachhaltigen Entwicklung in diesem Beitrag behandelt werden, ist mir nicht so klar. Es geht hauptsächlich um Wissenschaft – was in diesem Fall wohl der Ökologie helfen soll.

Und was mich bei dieser ganzen Sache „bewegt“ ist Folgendes: Ich verstehe nicht, weshalb von der Information, dass der Satellit in der Antarktis ins Meer stürzte, weiterhin keine Rede ist. Wenn das für die Zuschauer/innen einfach so nebenbei erwähnt und nicht weiter beachtet wird, wirkt sich das nicht auch auf das eigene Verhalten aus? Eine Folgerung könnte dann ja sein: Die Redaktion der Tagesschau schenkt solchen Verschmutzungen keine Beachtung, dann muss ich das auch nicht.

Fazit: CO2 bewegt… mich und andere, nur den Satelliten nicht.

S.Schädler, LG 06 D/e

2 Kommentare:

  1. Du hast dir sehr eindrückliche Gedanken gemacht. Es ist eine Eigenschaft der Medien, immer nur dann zu berichten, wenn etwas passiert. Ich habe mich schon oft gefragt, nicht nur beim Satelliten, warum die Welt nicht mehr zusammenarbeitet und Informationen bzw. Ergebnisse austauscht. Denn schliesslich leben wir ja alle auf dieser Erde und es sollte in unserem aller Interesse sein, uns für die Nachhaltigkeit einzusetzen. Du hast noch die Autoindustrie angesprochen. Das verstehe ich sowieso nicht, hier geschieht in Sachen Umwelt sowieso zu wenig. Den Menschen ist es immer eben wichtiger, schnell und nicht ökologisch ans Ziel zu kommen.

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  2. In deinem Post sprichst du die Autoindustrie an. Ich glaube nämlich, dass die Technologien bereits viel weiterentwickelt sind, als sie es scheinen. Denn wenn die Ressourcen dann wirklich ausgehen werden, möchte ja jeder der erste sein, der eine Alternative anbieten kann. Diese Vermutung macht mich wütend. Denn so ist es auch in der Baubranche, wenn es z.B. ums Heizen geht…und wahrscheinlich noch in vielen anderen Bereichen.
    Was den zweiten Bericht betrifft, so stelle ich fest, dass die Medien mit ihrer Berichterstattung einen sehr grossen Einfluss haben. Deshalb ist es umso wichtiger, dass wir die Berichte kritisch hinterfragen. Allerdings gibt es wohl nicht sehr viele Menschen, die das auch tun…

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